Wechselspiel von Licht und Schatten: Frühjahrskonjunkturumfrage der Handwerkskammer: Rahmenbedingungen belasten das Handwerk nach wie vor spürbar

Hauptgeschäftsführer_HwK_Hendrik_Schmitt – © HWK SWF Media/PR

Arnsberg. (hwk) Das Handwerk in Südwestfalen blickt etwas optimistischer als noch vor sechs Monaten nach vorn, obwohl die Stimmung aufgrund einer rückläufigen Auftragslage nach wie vor negativ geprägt ist.

Das Ergebnis der Frühjahrskonjunkturumfrage der Handwerkskammer (HwK) Südwestfalen offenbart Licht und Schatten gleichermaßen.

„Die gestiegenen Energiekosten, die Kaufkraftverluste aufgrund der hohen Inflation und die erheblich höheren Finanzierungskosten belasten die südwestfälischen Handwerksbetriebe zunehmend“, beklagt der Hauptgeschäftsführer der HwK, Hendrik Schmitt. Diese Faktoren erschweren die Geschäftstätigkeit und dämpfen die Konsumbereitschaft der Kunden. Daher fordert Schmitt von der Politik spürbare bürokratische Entlastungen, schnellere Genehmigungsverfahren und eine Förderpolitik, die beim Kunden ankommt. „Wir brauchen ein sichtbares Zeichen für mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit“, unterstreicht der Kammerchef.

Besorgnis im Baugewerbe

Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage im südwestfälischen Handwerk fällt schlechter als noch vor sechs Monaten aus. Angesichts der hohen Verbraucherpreise und des spürbaren Rückgangs der Konsumnachfrage erwarten Handwerksbetriebe eine weitere Verschlechterung ihrer Geschäftslage in den kommenden Monaten. Besonders im Baugewerbe herrscht aufgrund der sinkenden Auftragslage für das nächste Halbjahr große Besorgnis. Bisher haben die seit dem 27. Februar eröffneten Fördermöglichkeiten für energetische Maßnahmen bei den meisten betroffenen Betrieben nicht zu einer Belebung der Auftragslage geführt.

Geschäftslage mit der Note gut und befriedigend

Trotz dieser trüben Aussichten gibt es immer noch viele Betriebe, die von einer positiven Geschäftslage berichten. Von den mehr als 800 Betrieben, die an der Konjunkturumfrage teilgenommen haben, bewerten 47,3 Prozent ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 40 Prozent als befriedigend und nur 12,7 Prozent melden eine schlechte Geschäftslage.

Insgesamt aber blicken sämtliche Gewerbegruppen trotz stabil bewerteter Geschäftslagen eher besorgt auf das kommende Halbjahr. Insbesondere das Bau- und Ausbaugewerbe sowie die Handwerke für den gewerblichen Bedarf sehen sich aufgrund der gestiegenen Finanzierungskosten von Bauprojekten in einer bedrohlichen Situation. Aktuell gehen etwa 30 Prozent dieser Betriebe von einer Verschlechterung der Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten aus, während nur etwa zehn Prozent eine Besserung erwarten.

Erwartungen steigen

Im Vergleich zum Herbst 2023 steigen die Erwartungen im Handwerk. Die Anzahl der Betriebe, die eine bessere Geschäftslage erwarten, steigt von neun auf 14 Prozent. Statt der damaligen 54,5 Prozent gehen aktuell 60 Prozent von einer stabilen Geschäftslage aus. Die Zahl der Pessimisten hat sich von 36 Prozent auf aktuell 26 Prozent deutlich reduziert.

Der Geschäftsklimaindex des Handwerks, der als konjunktureller Leitindikator die aktuelle
Lagebewertung der Unternehmen und deren Erwartungen bis zum Frühjahr 2024 bündelt, steigt im
Verglich zum Herbst 2023 um acht Zähler auf 109 Punkte.

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