„Schmallenberg-Virus“ auch im Märkischen Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Bei einem Schäfereibetrieb im nördlichen Kreisgebiet wurde das sogenannte „Schmallenberg-Virus“ nachgewiesen. Das teilt der Fachdienst Verbraucherschutz/Veterinärwesen des Märkischen Kreis. Mit Beginn der Lammsaison Ende Dezember traten vermehrt missgebildete und lebensschwache oder tot geborene Lämmer auf. Der Schäfer berichtet von ca. 25 Prozent Verlust bei den Lämmern.

Im Gehirn eines der toten Lämmer wurde im Friedrich-Löffler-Institut auf der Ostseeinsel Riems (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) das Virus nachgewiesen. Weitere Schafhalter berichten zwischenzeitlich über ähnliche Veränderungen bei neugeborenen Lämmern. Ergebnisse der Untersuchung dieser Tiere liegen noch nicht vor.

Die Missbildungen sind eine Spätfolge der Infektion in einem früheren Stadium der Trächtigkeit im Sommer/Herbst 2011. Schon im Sommer berichteten Rinderhalter über Erkrankungen bei Milchkühen. Die Tiere hatten kurzfristig Fieber, die Milchleistung der Herden ging zum Teil deutlich zurück. Es ist zu befürchten, so der Märkische Kreis, dass es bei den Geburten im Frühjahr auch zu Verlusten bei Kälbern kommt.

Der Erreger des „Schmallenberg-Virus“ wird wahrscheinlich über Stechmücken (Gnitzen) übertragen. Bekämpfungs- oder Vorbeugemaßnahmen können zurzeit noch nicht empfohlen werden, weil die Übertragungswege des Erregers noch nicht vollständig bekannt sind. Ein Impfstoff steht ebenfalls nicht zur Verfügung.

Die Krankheit ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht melde- oder anzeigepflichtig. Tierhalter werden aber dennoch gebeten das Auftreten der geschilderten Symptome dem Fachdienst Verbrau-cherschutz/Veterinärwesen des Kreises zu melden. Nur so könne ein Überblick über die tatsächliche Verbreitung des Erregers und neue Erkenntnisse über die Krankheit gewonnen werden.

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