EHEC: Erster Fall im Märkischen Kreis bestätigt

Märkischer Kreis. (PM MK) Im Märkischen Kreis ist der erste Fall von HUS (Hämolytisch-urämisches Syndrom) bestätigt worden. Wie der Fachdienst Gesundheitsschutz und Umweltmedizin des Kreises mitteilt, wurde die durch das EHEC-Bakterium ausgelöste Darmerkrankung bei einem 59-jährigen Mann festgestellt, der stationär in einem Krankenhaus untergebracht ist. Der 59-Jährige war in Norddeutschland und hat sich dort offensichtlich angesteckt.

Seit der 2. Maiwoche breitet sich ausgehend von Norddeutschland eine Welle von Erkrankungen aus, die durch blutige Durchfälle und das sogenannte HUS gekennzeichnet ist. Die Be-troffenen erleiden im schlimmsten Fall ein unter Umständen tödliches Nierenversagen. Bisher ist der Übertragungsweg bei diesem Krankheitsausbruch nicht eindeutig geklärt.

Der Erreger dieser schwer verlaufenden Erkrankungen ist das EHEC-Bakterium, das im Darm von Wiederkäuern (beispielsweise Rindern) aber auch von Schweinen und anderen Tieren vorkommen kann, ohne dass diese erkranken. Das EHEC-Bakterium ist eine Variante des Escherichia Coli-Keims, der zur normalen Keimbesiedlung bei Menschen und Tieren gehört; er ist ein wesentlicher Bestandteil der Verdauung.

Über die Ausscheidungen von betroffenen Tieren kann das EHEC-Bakterium in die Umwelt und so auf Lebensmittel gelangen. In der Regel erfolgt die Übertragung über rohes Fleisch und Rohmilchprodukte. In erster Linie sind Kinder und Menschen mit geschwächter Immunabwehr betroffen. In der Regel verläuft die Infektion unauffällig oder sehr mild. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist dann möglich (Schmutz-, Schmierinfektion), wenn insbesondere die Toilettenhygiene vernachlässigt wird. Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zur Erkrankung) kann ein bis zehn Tage betragen, in der Regel drei bis vier Tage.

Die aktuelle Erkrankungswelle verläuft anders. Die Betroffenen sind bisher Erwachsene, ins-besondere Frauen. Die Übertragung des Erregers geschieht wahrscheinlich über Rohkost, weil rohes Fleisch und Rohmilchprodukte nicht als Ursache identifiziert werden konnten. Die Er-krankten klagen über Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, wässerige Durchfälle. Bei schwe-rem Verlauf können blutige Durchfälle auftreten und die Nierenfunktion kann geschädigt wer-den bis hin zum Nierenversagen. In den vergangenen Jahren sind alle im Märkischen Kreis gemeldeten Fälle komplikationslos verlaufen. Im Jahr 2010 waren es fünf Fälle, in diesem Jahr bisher drei.

Die sorgfältige Beachtung einfacher aber grundlegender Hygienemaßnahmen kann das Risiko einer Keimübertragung deutlich reduzieren:

• gründliches Händewaschen • vor und nach der Speisenzubereitung • vor dem Essen • nach dem Toilettengang • sorgfältige Trennung von rohem Fleisch und Rohkost bei der Speisenzubereitung und -lagerung • Fleisch sollte nur durchgegart gegessen werden. • Schneidbretter, Messer und Arbeitsflächen müssen nach der Speisenzubereitung gründlich mit Wasser und Spül- bzw. Reinigungsmitteln gesäubert werden. • Rohkost (Salate und Obst) sollten vor der Zubereitung bzw. dem Verzehr sehr gründ-lich gewaschen werden.

Sollten schwere Symptome auftreten, ist umgehend der Hausarzt aufzusuchen. Weitere Informationen: http://www.rki.de oder http://www.maerkischer-kreis.de.

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  1. Ein Keim dem man mit etwas gewöhnlicher Hygiene beikommt dürfte in der EU kaum mehr Schaden anrichten als eine kleine Grippewelle. Die Panik, die Medien uns wieder vermitteln wollen kommt mal wieder sehr unverhältnismäßig rüber.

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