Spätestens mit der Niederlage am vergangenen Sonntag bei den Youngsters des TBV Lemgo dürfte auch der letzte Traum auf eine Restchance... Starker Saisonendspurt soll Aufstiegsrelegation in Hagen sichern. Kapitän Pavel Prokopec: Der Baum muss brennen, die Halle beben.
Eintracht Hagen

Auszeit Eintracht Hagen – © by K-Media-Sports

Spätestens mit der Niederlage am vergangenen Sonntag bei den Youngsters des TBV Lemgo dürfte auch der letzte Traum auf eine Restchance auf den direkten Aufstieg geplatzt sein. Das Hauptaugenmerk liegt nun darauf, die verbliebenen schweren Aufgaben erfolgreich zu meistern, um den zweiten Tabellenplatz zu verteidigen. Gelingt den Grün-Gelben dies, sind sie am 13. (und eventuell 14. Mai) in der heimischen Enervie Arena Ausrichter eines Relegationsturnieres, in dem Aufstiegsplätze für die 2. Bundesliga ausgespielt werden.

Wie Michael Kulus, Zuständiger des Deutschen Handballbundes für die 3. Ligen der Männer, auf Anfrage des VfL bestätigte, würde es bei dem aktuellen Stand zu einem Viererturnier um zwei Aufstiegsplätze kommen, da sowohl im Norden (TSV Altenholz) als auch im Süden (SG Nußloch) die beiden Erstplatzierten nicht aufsteigen dürfen respektive können. Hierbei würde Eintracht Hildesheim auf den TSB Heilbronn-Horkheim treffen, die Eintracht bekäme es mit der HSG Nord HU zu tun, die zu Jahresbeginn noch zu einem Kurztrainingslager in Hagen zu Besuch war. Bliebe die Zahl der Aufstiegsplätze sicher bei zwei, „könnte das Turnier unter Umständen an einem Tag ausgetragen werden, da wir dann nur noch das Platzierungsspiel der beiden Verlierer benötigen, falls ein weiterer Startplatz in der 2. Bundesliga frei wird oder es zu einem Rückzug kommt“, so Kulus, der die betroffenen Vereine nach dem kommenden Spieltag mit weiteren Informationen sowie Anwurfzeiten versorgen wird. Hagens Kapitän Pavel Prokopec bezieht im Interview Stellung zu der aktuellen Situation.

Pavel, bedeutete die Niederlage am vergangenen Wochenende für Euch das Erlöschen des letzten Funkens Hoffnung auf den direkten Aufstieg, demnach also einen großen Rückschlag?

Pavel Prokopec Die Niederlage war wirklich sehr ärgerlich. So ist es manchmal im Sport. Da gibt es manchmal Tage, an denen es einfach nicht läuft. An der Situation hat sich aber für uns nichts geändert. So wie es aussieht, werden wir die Relegation spielen müssen. Die Art und Weise, in der wir Fehler gemacht haben in Lemgo, müssen wir allerdings ändern. Das Gute ist, dass wir Freitag bereits wieder spielen, da können wir den Fehler direkt wieder ausbügeln. Danach stehen dann wieder zwei Heimspiele für uns auf dem Plan.

Richtet Ihr Euren Fokus also bereits auf die Relegation und beschäftigt Euch mit den möglichen Gegnern?

Prokopec Wir beschäftigen uns noch gar nicht mit den möglichen Gegnern. Wir denken weiter von Spiel zu Spiel, wollen uns weiter entwickeln und müssen uns voll darauf konzentrieren, den zweiten Platz verteidigen. Der Longericher SC liegt schließlich nur drei Punkte hinter uns und wir spielen am vorletzten Spieltag auch noch direkt gegeneinander.

Wie wichtig ist die Heimkulisse im Saisonendspurt?

Prokopec Der Heimvorteil ist sicherlich unser Riesen-Plus für die beiden schweren Heimspiele gegen den Leichlinger TV und Longerich – genau wie für die Relegation. Wir erhoffen uns, dass in diesen Spielen der Baum brennt, dass die Halle bebt. Wir zählen auf jeden unserer Fans. Wir brauchen einfach ihre Unterstützung und konnten uns im bisherigen Saisonverlauf zu 110 Prozent auf sie verlassen. Zudem hoffen wir einige neue Fans aus Hagen gewinnen zu können. Aber noch einmal: Es ist etwas zu früh, um detailliert über die Relegation zu sprechen, erst einmal wollen wir die übrigen vier Spiele gewinnen.

Aufstiegsrelegation: Weitere Optionen

Weitere mögliche Optionen hinsichtlich des Relegationsturnieres wären eine Dreier-Konstellation, die an einem Tag ausgespielt wird, oder aber ein Hin- und Rückspiel zwischen zwei Teams. Das Hinspiel fände dann am 13. Oder 14. Mai statt, das Rückspiel am Wochenende darauf. Das Heimrecht würde Kulus in diesem Fall noch auslosen.

All dies ist noch abhängig von den Entwicklungen an den verbleibenden Spieltagen, da es noch zu Verschiebungen kommen könnte, die das Starterfeld verändern. Sollten beispielsweise die SG Nußloch und die HBW Balingen-Weilstetten II am Saisonende die ersten beiden Plätze im Süden belegen, so wäre aus dieser Staffel keine Mannschaft teilnahmeberechtigt, da Nußloch nicht für die 2. Bundesliga gemeldet hat und Zweitvertretungen nicht zum Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse berechtigt sind. Sollte Altenholz im Norden trotz vier Zählern Vorsprung noch den Platz an der Sonne verspielen, und diesen entweder an die SG HU Nord oder an den HSV Hamburg abgeben, so würde dies einen freien Aufstiegsplatz weniger bedeuten.

Darüber hinaus könnten Entscheidungen bezüglich der Lizenzvergabe an die Bewerber seitens der Handball-Bundesliga (HBL) eine Rolle spielen. „Auf dem Papier mag aktuell alles ziemlich deutlich erscheinen, in der Realität sind allerdings viele Faktoren zu beachten, welche die Situation maßgeblich beeinflussen könnten. Daher werden wir uns noch etwas in Geduld üben müssen, ehe wir eine genaue Einschätzung der Situation vornehmen können“, unterstreicht Hagens Geschäftsführer Jörg Brodowski angesichts der vielen Facetten, die hinsichtlich der Aufstiegsregelung eine Rolle spielen.

Redaktion

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