Ratgeber Online-Spiele: Wann ist das Spielen um Geld online legal und wann nicht?​

Spieleportale, auf denen man Flash-, Casino- und Skillgames spielen kann, gibt es im Internet wie Sand am Meer. Oft bieten die Portale den Spielern die Möglichkeit, echtes Geld zu setzen und zu gewinnen. Doch ist das eigentlich legal? Um diese Frage zu beantworten, braucht man ein wenig Hintergrundwissen. Denn die Gesetze unterscheiden sich je nach Natur des Spiels und die deutschen Regelungen stimmen nicht mit dem EU-Recht überein. ​

Der Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland​​


Der Betrieb von Glücksspiel wird in Deutschland durch den Glücksspielstaatsvertrag geregelt. Online-Glücksspiele um echtes Geld dürfen laut diesem Vertrag weder angeboten noch gespielt
werden. Wer sich nicht daran hält, kann mit einer Geldstrafe oder bis zu 6 Monaten Gefängnis belangt werden. Einige Ausnahmen sind lediglich Lotto und Sportwetten, die durch den Staat
reguliert werden. Der deutsche Staat besitzt somit ein Glücksspielmonopol. Das soll vorrangig dem Schutz der Spieler vor Abzocke und Sucht dienen. ​

Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel? ​​


Doch was genau ist eigentlich ein Glücksspiel? Als Glücksspiel werden Spiele definiert, deren Ausgang nicht von den Fähigkeiten oder dem Wissen der Spieler, sondern vom Zufall abhängt.
Dazu zählen unter anderem Spielautomaten, BlackJack oder Roulette. Für Skat, Backgammon oder Rommé hingegen ist überwiegend (also zu mehr als 50%) das Können der Spieler relevant.
Diese Spiele zählen daher als Geschicklichkeitsspiele und man darf sie bedenkenlos mit Geldeinsatz spielen. ​

Nicht immer ist eindeutig, ob es sich um ein Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel handelt. Poker beispielsweise ist ab einem hohen Level durchaus mehr von den Fähigkeiten der Spieler abhängig als vom Kartenglück. Trotzdem wird Poker rechtlich wie ein Glücksspiel behandelt.​

Kollision zwischen deutschem und europäischem Recht​​


Nicht nur die Natur eines Online-Spiels ist manchmal unklar. Auch die rechtliche Lage zwischen nationalem und europäischem Recht ist schwammig. So gibt es viele Betreiber von Online-Casinos, die in einem europäischen Land wie Malta völlig rechtmäßig lizenziert sind. Nach EU-Recht wäre es legal, auf die Webseiten dieser Anbieter von Deutschland aus zuzugreifen.
Nach deutschem Recht – und der Auffassung vieler Gerichte – ist der Einsatz von echtem Geld bei diesen Casinos trotzdem illegal. Zu einer tatsächlichen Klage gegen Spieler kommt es allerdings so gut wie nie. Wer europäische Online-Casinos besucht, bewegt sich somit in einer Grauzone, das Risiko einer rechtlichen Konsequenz ist aber verschwindend gering. ​

Fazit ​


Grundsätzlich ist Online-Glücksspiel um echtes Geld in Deutschland illegal. Spiele, bei denen die Fähigkeiten oder das Wissen der Spieler zu mehr als 50% über Sieg und Niederlage entscheiden,
sind hingegen legal. ​

Inwiefern Online-Casinos, die eine gültige Lizenz in einem anderen EU-Land besitzen, von Deutschland aus besucht werden dürfen, ist nicht genau geregelt. Obwohl viele Gerichte die
Auffassung vertreten, dass das Verbot durch den Glücksspielstaatsvertrag trotzdem greift, ist der Besuch dieser Seiten nach EU-Recht zulässig. ​

Online-Casinos sind damit eine rechtliche Grauzone. Bisher kam es noch nie zu einer strafrechtlichen Verfolgung der Spieler.​

Redaktion

No comments so far.

Be first to leave comment below.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.