Iserlohn. (MK) Sechs Tage nach dem ärgerlichen Ausscheiden in der ersten DEL Playoff-Runde haben die Iserlohn Roosters ihre ersten Personalentscheidungen bekannt... Iserlohn Roosters sortieren nach Saisonanalyse zehn Spieler aus

Manager Karsten Mende und Trainer Rob Daum (re.) – © by Is.-Nachr. (MK)

Iserlohn. (MK) Sechs Tage nach dem ärgerlichen Ausscheiden in der ersten DEL Playoff-Runde haben die Iserlohn Roosters ihre ersten Personalentscheidungen bekannt gegeben. Und diese haben die eine oder andere Überraschung mitunter in sich.

In den letzten drei Tagen hatten Manager Karsten Mende und Trainer Rob Daum intensive Einzelgespräche mit den Spielern über den Verlauf einer laut Karsten Mende unvollendeten Saison geführt. Und diese waren, wie Rob Daum bestätigte, mit vielen Spielern alles andere als leicht.

Insgesamt vorerst zehn Abgänge stehen bereits fest. Dabei handelt es sich um: Alexander Bonsaksen, Oscar Eklund, Boris Blank (Karriereende), Chad Bassen, Marcel Kahle, Jack Combs, Chad Costello, Johannes Salmonsson, Chris Brown (wechselt zu einem anderen Team) und Johan Larsson, mit dem man keine finanzielle Einigung erzielen konnte.

Warum Alexander Bonsaksen am Seilersee nie so „zünden“ konnte, wie in der norwegischen Nationalmannschaft, wird wohl ein ewiges Rätsel bleiben. Zumindest hat auch Karsten Mende dafür keine wirklich plausible Erklärung. Am Fleiß, Willen und am Charakter des Spielers hat es jedenfalls nicht gemangelt. Chad Bassen, Jack Combs, Chad Costello und Johannes Salmonsson konnten sich mit ihren Leistungen für keinen neuen Vertrag empfehlen. Bei Oscar Eklund, der sportlich durchaus zu überzeugen wusste, war man sich nicht sicher genug, ob er auch in der nächsten Saison in einer möglicherweise veränderten Kaderstruktur seine Leistungen bestätigen kann. Ein „Härtefall“ ist sicherlich Marcel Kahle. „Der Junge hat ja in den letzten Jahren nur Pech gehabt. Ich würde ihm keinen Gefallen damit tun, wenn ich ihm jetzt einen neuen Vertrag geben würde. Außerdem fällt er aus der Förderlizenzregelung heraus. Wir bleiben aber auf jeden Fall in Kontakt und beobachten seine Entwicklung weiter“, bringt Karsten Mende den Stand der Dinge hier auf den Punkt. Sehr weit entfernt waren die Roosters in den Verhandlungen mit Johan Larssons Berater. Da man keine Einigung erzielen konnte, muss auch hier ein Ersatzmann gefunden werden. Erhalten bleiben wird den Roosters erfreulicherweise Boris Blank. Der Oldie und Publikumsliebling soll seine reichhaltige Erfahrung in die Nachwuchsarbeit der Young Roosters einbringen. Eine Entscheidung, die sicherlich sehr viel Positives mit sich bringen kann.

Apropos Young Roosters: Christian Hommel, der in den letzten Monaten neben seiner Trainertätigkeit im Nachwuchs auch als Videocoach bei den Profis fungierte, soll laut Karsten Mende ebenfalls im Trainerstab bleiben. Hierzu wird es auch noch finale Gespräche geben.

Jordan Smotherman – © by EH-Mag. (MK)

Bei so vielen Abgängen benötigen die Roosters natürlich auch neue Spieler. Drei davon hat Karsten Mende, ohne Namen zu nennen, schon gefunden. Zwei davon befinden sich noch im Spielbetrieb.
Der in den letzten Wochen hoch gehandelte Name des Franzosen Damien Fleury von den Schwenninger Wild Wings ist in der Iserlohner Schaltzentrale kein Thema. Eine Verpflichtung von Mannheims Routinier Christoph Ullmann dürfte nach Karsten Mendes Einschätzung ebenfalls unwahrscheinlich sein. Nicht kommentieren wollte Iserlohns sportlicher Leiter den Namen von Jordan Smotherman (32), der derzeit in der ECHL mit Manchester in der Nord-Division Tabellenführer ist. Jener Jordan Smotherman, der schon vor knapp zwei Jahren einen Vertrag in Iserlohn unterschrieben hatte und dann aus gesundheitlichen Gründen (Herz) passen musste. Da die gesundheitlichen Probleme längst passé sind, scheint ein „Comeback“ zumindest nicht unmöglich. Ein weiterer der bisher feststehenden drei Neuzugänge wird in Iserlohn seine ersten Europa-Erfahrungen sammeln. Und da es im zukünftigen Kader vor allem auch an deutschen Spielern mangelt, dürfte vielleicht auch der eine oder andere Neuzugang mit deutschen Wurzeln unter den „Neuen“ zu finden sein. Schenkt man den in der Waldstadt kursierenden Gerüchten Glauben, dann könnte auch eine Rückkehr von Eigengewächs Kevin Orendorz (Krefeld) möglich sein.

Die kommenden Wochen werden sicherlich schon sehr bald für mehr Klarheit sorgen. Karsten Mende hofft möglichst schnell das Grundgerüst des Kaders stehen zu haben, weiß aber auch um die Schwierigkeit der Klubs mit kleinen Budgets. Erste Absagen gab es bereits ebenfalls.

Zu den bisher schon bekannten Weiterverpflichtungen kommen mit Kevin Schmidt, Sasa Martinovic, Denis Shevyrin und Jason Jaspers vier weitere Spieler hinzu, deren Kontrakte per Option verlängert wurden.

Bleiben noch vier ungeklärte Personalien: Noch nicht abgeschlossen sind die Gespräche mit Travis Turnbull und Blaine Down. Während man sich bei Blaine Down noch in der „Findungsphase“ befindet, scheint die Lage bei Travis Turnbull (31) etwas einfacher. Der Stürmer hat ein Angebot vorliegen und beide Seiten scheinen auch gewillt weiter zusammen zu arbeiten. Möglicherweise wird der US-Boy dann schon nicht mehr unter das Ausländerkontingent fallen.

Geklärt werden muss auch noch die Zukunft von Noureddine Bettahar (23), der in dieser Saison an den Zweitligisten Bad Nauheim ausgeliehen war und für die kommende Saison noch einen Vertrag in Iserlohn besitzt.

Manager Karsten Mende ist zudem zuversichtlich mit Eigengewächs Dieter Orendorz (25) verlängern zu können.

Gut aufgestellt sieht der Manager sein Team mit Sebastian Dahm und Mathias Lange auf der Torhüterposition. Kein Problem sieht der 50- jährige bei Mathias Lange, der zuletzt weniger zum Zuge kam. „Man darf nicht vergessen, dass Mathias uns in der Zeit als Sebastian verletzt war sehr geholfen hat. Zuletzt hatte er mit kleinen Verletzungen zu kämpfen. Zu Beginn der neuen Saison werden die Karten natürlich neu gemischt“, so Karsten Mende.

Positives gibt es auch von Louie Caporusso zu vermelden. Der derzeit verletzte Stürmer fühlt sich nach überstandener OP gut. Wenn alles nach Plan läuft, dann ist die Reha im Juni abgeschlossen und der 28- jährige Kanadier wieder voll belastbar.

Rob Daum

Rob Daum – © by Is.-Nachr. (MK)

Rob Daum wünscht sich für sein neues Team Spieler, die hart, mit Leidenschaft und spielintelligent agieren, um ein erfolgreiches Team formen zu können. Der Teamgedanke steht dabei für ihn im Vordergrund. Der erste Grundgedanke in der Einstellung der Spieler soll für das Team sein und nicht für jeden einzelnen. Kurzum: Gesucht werden Teamplayer und keine Individualisten. Wie Karsten Mende ist sich auch Rob Daum der Schwere der Aufgabe, diese Spieler zu finden, bewusst.

Iserlohns Cheftrainer wird noch voraussichtlich bis Mitte April in Iserlohn verweilen. Karsten Mende wird weiter scouten, allerdings nicht bei der Eishockey WM im Mai in Dänemark. Im Juli wird Rob Daum nach Iserlohn zurückkehren. In der ab August beginnenden Saisonvorbereitung ist unter anderem eine Teilnahme an einem Turnier in der Schweiz geplant. Eine erneute Teilnahme am SWB Cup hat der Titelverteidiger aus Iserlohn derzeit nicht geplant.

Die neue Saison soll auf jeden Fall vollendeter werden, als die zurückliegende. Dafür will und muss man in diesen Wochen den Grundstein legen.

Der Kader der Roosters 18/19:
Tor:
Sebastian Dahm, Mathias Lange
Abwehr: Kevin Schmidt, Sasa Martinovic, Denis Shevyrin, Christopher Fischer
Sturm: Jason Jaspers, Marko Friedrich, Louie Caporusso, Justin Florek, Jake Weidner, Anthony Camara,

Noch offen: Dieter Orendorz, Travis Turnbull, Blaine Down, Noureddine Bettahar (besitzt Vertrag bis 2019)
Abgänge: Alexander Bonsaksen, Oscar Eklund, Boris Blank (Karriereende, wird Nachwuchscoach), Chad Bassen, Marcel Kahle, Jack Combs, Chad Costello, Johannes Salmonsson, Chris Brown, Johan Larsson

Redaktion

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