Banken und Sparkassen: Ausdünnen der Zweigstellen geht weiter Banken und Sparkassen: Ausdünnen der Zweigstellen geht weiter
Iserlohn. (IN) Als die Stadtsparkasse Iserlohn vor einigen Tagen bekannt gab, dass man zum Ende des Jahres die Zweigstellen in der... Banken und Sparkassen: Ausdünnen der Zweigstellen geht weiter

Iserlohn. (IN) Als die Stadtsparkasse Iserlohn vor einigen Tagen bekannt gab, dass man zum Ende des Jahres die Zweigstellen in der Iserlohner Heide und in Gerlingsen schließen wird, ging ein kleiner Aufschrei durch die Bevölkerung.

 

Über Jahrzehnte haben sich die Kunden der Sparkasse, aber auch viele andere aus der Bevölkerung, an die Zweigstellen im Bild des Stadtteils gewöhnt. Der Geldautomatenservice wurde auch von Kunden anderer Banken gerne genutzt.

 

Ab 2019 werden aber nicht nur diese beiden Zweigstellen geschlossen. Die Zweigstellen in Dröschede und Kathof werden reine Service-Center ohne Personal. Herzstücke bleiben die Hauptstelle am Schillerplatz und die Niederlassung in Letmathe. In den Zweigstellen in Hennen, in der Grüne, am Nußberg, in Sümmern und Wermingsen treffen die Kunden auch weiterhin Personal an. Entlassungen sollen die Umwandlungen in Kalthof und Dröschede nicht mit sich bringen.

 

Grund für die Umwandlung ist das veränderte Kundenverhalten. In der modernen digitalen Welt nutzen immer mehr Kunden Online-Banking und andere Servicedienstleistungen des Geldinstituts. Ein reiner Besuch eines Kunden beim Kundenberater vor Ort findet oftmals nur noch einmal im Jahr statt. Ein Verhalten, das sich auch in vielen anderen Bereichen wiederspiegelt. Wer zum Beispiel in seiner Freizeit seriös in Online Casinos spielen möchte, muss auch schon lange nicht mehr den Fuß vor die eigene Haustür setzen. Shopping, Bahntickets, Hotelbuchungen, Kino- und Konzerttickets und vieles mehr verkaufen sich mittlerweile bekanntlich auch zu großen Anteilen online.

 

Die Sparkasse Iserlohn hatte vor ihrer Entscheidung übrigens umfangreiche Kundenzählungen durchgeführt. Das Damoklesschwert schwebte somit über einigen Stadtteilen. Ob es damit dann auf lange Sicht auch bleibt? Man muss befürchten, dass sich in der Zukunft weitere Zweigstellen aus dem Bild des Stadtteils verabschieden. Das betrifft übrigens nicht nur die Sparkasse. Auch der in der Region größte Konkurrent, die Märkische Bank mit Sitz in Hagen, hat schon Zweigstellen schließen müssen.

 

In Dröschede wurde der kleinen Zweigstelle der Märkischen Bank gegenüber der Sparkasse schon im letzten Sommer endgültig der Stecker gezogen. Seitdem steht die Immobilie leer und gibt kein besonders schönes Bild ab. Da muss man den Erhalt der Sparkassen-Zweigstelle als reines Service Center fast schon wieder positiv bewerten.

 

In Menden schloss die Märkische Bank ihre Zweigstelle auf der Platten Heide ebenfalls im letzten Jahr Ende November. Gleiches gilt in Hagen für die Zweigstelle am Loxbaum. Dort wurde Ende September 2017 die Tür innerhalb von wenigen Tagen abgeschlossen. Die Zweigstelle in Nachrodt an der stark vom Durchgangsverkehr befahrenen B236 wurde im letzten Jahr ebenfalls in ein reines SB Center umgewandelt.

 

Besonders für die älteren Menschen ist der Wegfall von Zweigstellen und den ortsansässigen Ansprechpartnern ein Ärgernis. Sie sind oftmals noch nicht mit der digitalen Welt vertraut und fühlen sich auf den Hotlines nicht gut aufgehoben. Für sie ist auch die Umwandlung in reine SB Center oftmals keine Lösung, sondern der Anfang vom Ende. Das wiederum sehen die Banken komplett anders.

Redaktion

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